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Werkstatt-Report April 2026

Sehr verspätet erscheint in diesem Jahr der erste Werkstatt-Report. Wir waren bislang nicht untägig, vielmehr sind in den ersten Wochen des Jahres 2026 aufgrund der Witterung recht wenige Werkstattarbeiten durchgeführt worden. Erst Anfang März ließen es die Temperaturen in den Werkstätten und Fahrzeughallen wieder zu, mit den Arbeiten an den Fahrzeugen und insbesondere an der 65 1057 fortzufahren.

Unser Augenmerk liegt in diesem Bericht wieder auf der Hauptuntersuchung der Neubautenderdampflok 65 1057 der Deutschen Reichsbahn. Wir wollen uns neben den Arbeiten am Dampfkessel, die durch die Eisenbahnwerkstätten Krefeld ausgeführt werden, um das Führerhaus kümmern. Gleichzeitig sollen im Bereich unterhalb des Führerhaus Instandsetzungsarbeiten durchgefühert werden. Dazu gehört der Bereich um die Haupt- und Hilfsluftbehälter. 

    

Unter dem Holzfußboden fanden sich regelrecht zusammengbackene Dreckschichten aus Ruß und Kohlenstaub. Vermutlich kam 1969 letztmalig Tageslicht an diese Stellen. Am 19. Dezember 1968 wurde 65 1057 bei einem Großbrand im Raw Cottbus stark beschädigt. Die dem damaligen Bw Dresden-Altstadt zugehörige Maschine wurde dann später im Raw Meiningen fertiggetellt. Der Kollege im rechten Bild hockt auf dem zum Ausbau freigelegten Hilfsluftbehälter der Lokomotiv-Bremsausrüstung. Im Bereich des Hilfsluftbehälters befindet sich der hier schon ausgebaute Augleichbehälter für das  Führerbremsventil.

    

Der ausgebaute Hilfsluftbehälter, im Bild darunter der Ausgleichsbehälter vom Führerbremsventil. Nicht nur der äußere und innere Zustand, auch das Alter der Behälter erfordern einen Austausch.

Nach dem Ausbau des Hilfsluftbehälters wurde der Blick auf die beiden Bremszylinder der Lok frei. Ebenso sind im rechten Bild die Schlingerstücke unterhalb des Stehkessels zu erkenen, welche die Seitenbewegung des Kessels während des Ausdehnens größtenteils verhindern und gleichzeitig eine ungehinderte Längsausdehnung ermöglichen.

    

Neben den Arbeiten an der 65 1057 wird auch die Hauptuntersuchung an der Rangierdiesellok MB 200N (Orenstein & Koppel, 1978) weitergefühert. Hier konnten an den ersten wärmeren Tagen im März bereits die Hauptluftbehälter lackiert werden. Auch wurden im Vorgriff zur Hauptuntersuchung der Köf 4280 (Krauss-Maffei, 1934) vorbereitende Arbeiten durchgeführt. 

Nicht so erfreulich, aber dennoch notwendig, ist eine Sammlungsbereinigung. Schon vor einigen Jahren haben wir uns von Fahrzeugen getrennt, die bei uns keine Erhaltungsperspektive mehr haben. So erging es leider auch dem zweiachsigen Durchgangswagen der Holzbauart in der Ursprungsgattung Di 21, bezeichnet als 340-250, intern als Wagen 12 geführt. Uns erreichte der Wagen im April 1991 zusammen mit seinem Pendant, dem heutigen 340-413 (intern Wagen 11). Leider zeigten sich hier umfangreiche Schäden am hölzernen Fachwerk des Wagenkastens. Bis zum Umzug des Vereins von der Reinickendorfer Waldstraße nach Basdorf wurde intensiv an dem Wagen gearbeitet. Bedingt durch den Umzug und der Herrichtung des Betriebsstandortes gelangte die arbeitsintensive Aufarbeitung in den Hintergrund. Andere Arbeiten hatten Priorität, Verkaufsversuche schlugen fehl. Daraufhin haben wir uns entschlossen, den Wagen abzutragen und noch brauchbare Teile zu sichern. Einige Teile des Wagens werden auch bei einem anderen Eisenbahnverein weitere Verwendung finden.

 

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